Neuropsychologie

Die klinische Neuropsychologie ist eine Form der Psychotherapie, die auf die Behandlung der Folgen neurologischer Erkrankungen spezialisiert ist. Sie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie von Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit, des Verhaltens oder des seelischen Befindens nach einer Hirnerkrankung:

  • Störung des Verhaltens, z. B. verändertes Sozial- und Kommunikationsverhalten, selbstschädigendes Verhalten, Antriebsmangel, Unruhe, fehlende Krankheitseinsicht
  • Störung des Befindens, z. B. Depression, Ängste; eine frühzeitige psychotherapeutische Begleitung der Krankheitsverarbeitung kann die Entwicklung einer Anpassungsstörung verhindern und abmildern. Dieser Aspekt ist in der Frührehabilitation besonders wichtig
  • Störung der geistigen Leistungsfähigkeit, z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planen und Problemlösen, Denken, visuelle Wahrnehmung, Neglect, räumlich-konstruktive Leistungen.

Leistungsspektrum:

  • Computergestützte Verfahren zur funktionsspezifischen Behandlung, z. B. bei Aufmerksamkeitsstörungen, bei visuellem Neglect (optokinetische Stimulation) oder bei Gesichtsfeldausfällen/Hemianopsie (Explorations- und Sakkadentraining)
  • Einübung von Ausgleichsstrategien, z. B. bei Gedächtnis- und Denkstörungen
  • Verhaltenstherapeutische, systemische und gesprächs-psychotherapeutische Methoden, angepasst jeweils an die Möglichkeiten neurologischer Patienten
  • Entspannungsverfahren (PMR, Autogenes Training)

Durchführung von Syndromkurztests 

Der Syndromkurztest (abgekürzt SKT) ist ein kurzer Leistungstest zur Erfassung von Störungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit. 

Er besteht aus insgesamt neun Subtests: 

  • drei Subtests für die Erfassung der Gedächtnisleistung (Gegenstände unmittelbar reproduzieren, Gegenstände nach Ablenkung reproduzieren, Gegenstände wiedererkennen)  
  • sechs Subtests für die Erfassung der Aufmerksamkeit bzw. Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit (Gegenstände benennen, Zahlen lesen, Zahlen ordnen, Zahlen zurücklegen, Symbole  zählen, Interferenztest).

Bei der Neunormierung (2015) wurden statistisch bedeutsame Abweichungen von den Leistungen der gesunden älteren Menschen in Abhängigkeit von Intelligenz, Alter und Geschlecht berechnet.

Was bringt ein Syndromkurztest?

Der Vorteil in diesem Test liegt darin, dass man eine Magnettafel mit großen, einfach zu handhabenden und gut lesbaren Magneten hat. Die einzelnen Subtests sind kurz und übersichtlich und gut für Patienten*innen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen zu nutzen. Selbst wenn nur wenige Subtests durchgeführt werden können, können Aussagen über basale Aufmerksamkeitsfunktionen und Gedächtnisfunktionen gemacht und Erkenntnisse über Fähigkeiten gezogen werden, inwiefern die Patienten*innen Aufgaben verstehen und umsetzen. 
 

Weitere Angebote der klinischen Neuropsychologie sind:

  • Angehörigenberatung und -information in Einzelgesprächen, Gruppenangebot
  • oder Vorträgen
  • Beratung bzgl. Fahreignung und beruflicher Wiedereingliederung
  • Gutachterliche Stellungnahme