Geschützte Station

Der geschützte oder geschlossene Bereich ist eine Station mit neuropsychologischem Schwerpunkt für die Aufnahme desorientierter, weglaufgefährdeter Patienten mit Verwirrtheitszuständen.

Neurologische Patienten mit schweren Gedächtnisstörungen (Amnesie) oder Sprachstörungen (Aphasie), verbunden mit Desorientierung, fehlender Krankheitseinsicht und Weglaufgefahr oder mit Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen (z.B. aggressive Ausbrüche, starke Bewegungsunruhe, distanzloses Verhalten) brauchen in der Früh-Rehabilitation in der Regel ein schützendes und speziell zur Behandlung dieser Symptomatik geeignetes Therapie-Umfeld.

Daher wurde in der RehaNova Köln eine geschlossene neurologische Frühreha-Station mit neuropsychologischem Schwerpunkt eingerichtet. Auf der Station 4 arbeitet ein interdisziplinäres Team bestehend aus Neurologen, Therapeuten der Berufsgruppen Klinische Neuropsychologie, Ergo-, Sprach- und Physiotherapie sowie Pflegemitarbeitern nach einem speziell für die Frührehabilitation dieser Störungsbilder entwickelten, interdisziplinären Therapiekonzept.

Die Sicherung vor Eigen- oder Fremdgefährdung ist durch die Aufsicht der Mitarbeiter und durch verschlossene Türen gewährleistet. Dies stellt in der Behandlung einen großen Vorteil dar, da die Patienten sich in einem überschaubaren Rahmen und therapeutisch gestalteter Umgebung frei bewegen können. Dagegen führt erfahrungsgemäß eine ständige Begleitung und  Kontrolle durch Mitarbeiter oder Angehörige, wie sie im ungeschützten, „offenen“ Bereich nötig wäre, oft zu einer Zunahme von Gereiztheit, Unruhe und Aggressionen.  

Viele Angehörige, die dem geschlossenen Setting zunächst skeptisch gegenüberstehen, erleben es im Verlauf oft als Entlastung und für den Fortgang der Rehabilitation förderlich.

In einer ruhigen, ablenkungsarmen Umgebung wird therapeutische Anregung gezielt gesetzt. Überforderung durch Reizüberflutung, die die Symptomatik verstärken würde, wird nach Möglichkeit vermieden. Die Gestaltung der Station und der Patientenzimmer bietet vielfältige Hinweisreize zur Unterstützung der Re-Orientierung. Der Tagesablauf wird mit regelmäßigen Zeiten für Mahlzeiten und Therapien so gestaltet, dass die Etablierung einer Tagesstruktur erleichtert wird. Es werden nach Möglichkeit alltagsnahe Situationen hergestellt (Einkaufen, Kochen, handwerkliches Arbeiten), um z.B. Handlungsabläufe, planendes Denken oder schriftliche Kompensation von Gedächtnisstörungen zu üben.